Wärmebrücken im Altbau erkennen und mit einfachen Mitteln entschärfen
Wer in einem Altbau wohnt, kennt das Problem: An kalten Tagen bilden sich an bestimmten Stellen der Wände Feuchtigkeit und sogar Schimmel. Diese Schwachstellen sind meist Wärmebrücken – Bereiche, in denen die Wärmedämmung unterbrochen ist und die Wärme nach außen entweicht. Typische Orte im Altbau sind Fensterstürze, Rollladenkästen, Balkonplatten und vor allem Heizkörpernischen. Letztere sind besonders tückisch, weil sie oft direkt unter den Fenstern liegen und die Wand dort dünner ist als im übrigen Mauerwerk. Bevor Sie mit der Sanierung beginnen, sollten Sie die betroffenen Stellen genau lokalisieren. Eine einfache Methode ist die Thermografie mit einer Wärmebildkamera – die können Sie sich im Baumarkt ausleihen. Alternativ hilft eine einfache Sichtprüfung: Wenn Sie die Hand an die Wand halten und dort deutlich Kälte spüren, ist das ein Indiz. Auch dunkle Flecken oder ein muffiger Geruch weisen auf eine Wärmebrücke hin.
Haben Sie die Schwachstellen gefunden, können Sie mit einfachen Mitteln gegensteuern, ohne gleich eine komplette Fassadendämmung zu beauftragen. Bei Heizkörpernischen lohnt sich zum Beispiel eine Innendämmung mit speziellen Dämmplatten, die Sie passgenau zuschneiden und mit Klebemörtel anbringen. Wichtig ist, dass Sie eine Dampfsperre nicht vergessen, sonst kondensiert die Feuchtigkeit im Wandinneren. Alternativ können Sie auch vorgehängte Dämmplatten verwenden, die Sie mit einem Unterkonstruktionssystem montieren. Für Rollladenkästen gibt es fertige Dämmstoff-Formteile, die Sie einfach einsetzen. Und für Fensterstürze eignet sich eine Kombination aus Innendämmung und einem neuen Fensteranschluss mit Dichtungsband. All diese Maßnahmen sind handwerklich machbar und erfordern kein Spezialwerkzeug – nur etwas Zeit und Geduld. Für eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Dämmung von Heizkörpernischen im Altbau können Sie übrigens die praktischen Tipps auf wohnrepo.de einsehen, dort finden Sie auch Materiallisten und Fotos aus der Praxis.
Bevor Sie mit der Dämmung beginnen, sollten Sie die betroffenen Wände gründlich trockenlegen und vorhandenen Schimmel entfernen. Verwenden Sie dazu einen Schimmelentferner aus dem Fachhandel und lassen Sie die Fläche gut auslüften. Auch die Raumluftfeuchtigkeit spielt eine Rolle: Wenn Sie regelmäßig stoßlüften und die Heizung nicht ganz herunterdrehen, reduzieren Sie das Risiko von Kondenswasser an den Wänden. Nach der Dämmung sollten Sie die Oberfläche mit einem diffusionsoffenen Anstrich versehen, damit die Wand atmen kann. Kontrollieren Sie die Stellen nach einigen Wochen erneut – wenn keine Feuchtigkeit mehr auftritt, haben Sie die Wärmebrücke erfolgreich entschärft. Diese Maßnahmen sind nicht nur gut für Ihre Gesundheit, sondern senken auch die Heizkosten spürbar, da Sie weniger Wärme nach außen verlieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Wärmebrücken im Altbau sind kein unüberwindbares Problem. Mit etwas Know-how und den richtigen Materialien können Sie die Schwachstellen selbst beheben und so das Raumklima verbessern. Die Investition in Dämmplatten, Dichtungsbänder und Dampfsperren amortisiert sich meist schon nach einer Heizperiode. Wenn Sie unsicher sind, holen Sie sich Rat im Fachhandel oder von einem Energieberater – aber scheuen Sie sich nicht, die Arbeiten in Eigenregie durchzuführen. Die meisten Maßnahmen sind auch für Laien machbar, wenn Sie sich an die Anleitungen halten. So machen Sie Ihren Altbau Stück für Stück wärmer und trockener – und das mit überschaubarem Aufwand.